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Krankheitskosten - steuerlich absetzbar?


Krankheitskosten sind - nunmehr auch ohne amtsärztliche Untersuchung o.ä. - als außergewöhnliche Belastung absetzbar.

Der Bundesfinanzhof hat seine dreißig Jahre andauernde Verweigerungstaktik entgegen vieler Entscheidungen der Finanzgerichte aufgegeben und die Hürden für den Ansatz von Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG sehr weit abgesenkt.

Im Revisionsverfahren VI R 17/09 stand die Abzugsfähigkeit von Aufwendungen zur Behandlung einer Lese- und Rechtschreibschwäche in Streit. Der minderjährige Sohn der Kläger besuchte auf ärztlichen Rat hin ein Internat mit integriertem Legastheniezentrum. Dabei hatten die Kläger auf die Übernahme der Schulkosten durch den zuständigen Landkreis verzichtet. Die Eltern machten folgende Kosten geltend:

- Schulbeitrag,

- Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie

- Therapiekosten

als außergewöhnliche Belastungen erfolglos beim Finanzamt geltend. Die hiergegen gerichte Klage vor dem Finanzgericht wurde abgewiesen. Die hiergegen eingelegte Revision beim BFH war hingegen erfolgreich. Der Bundesfinanzhof stellt fest, der Nachweis der medizinischen Indikation durch einen Amtsarzt sei nicht notwendig, da eine solche Pflicht nicht dem Gesetz zu entnehmen ist. Vielmehr habe der (Tatsachen-) Richter im Rahmen der Beweisaufnahme, notfalls durch Einholung eines Sachverständigengutachtens, festzustellen, ob die medizinische Maßnahme erforderlich war.


[ BFH, Urteil vom 11.11.2010, VI R 17/09, DStR 2011, 115 = NJW 2011, 1101 ]


 

 

 


Rechtsanwalt Michael K. Riefer • Brettener Straße 2 • D-75438 Knittlingen
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