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Testament verschwunden, reicht Kopie?

Testament verschwunden, nur noch Kopie vorhanden, was nun?

In der Praxis ist es gar nicht so selten, dass ein privatschriftliches Testament plötzlich verschwunden und nur noch eine Kopie vorhanden ist.
Ausgangspunkt:

Ein privatschriftlich errichtetes Testament ist nur wirksam, wenn es handschriftlich verfasst und unterschrieben wurde.

Die Rechtsprechung hat sich bereits mehrfach zu dieser Thematik geäußert und folgende Regeln aufgestellt:


Die Erbberechtigung kann auch auf ein nicht mehr vorhandenes Original-Testament gestützt werden. Insoweit muss derjenige beweisen, der sich auf ein solches Erbrecht stützt, welchen Inhalt das Testament hatte und dass es formgültig errichtet wurde. Die Beweisführung kann durch eine Fotokopie und durch entsprechende Zeugenaussagen geführt werden. Das heißt, das Testament entfaltet Rechtswirkungen, obwohl es im Original nicht mehr vorhanden ist.


Lesenswert in diesem Zusammenhang ist eine Entscheidung des OLG Naumburg vom 29.03.2012, welche die Rechtsprechung verschiedener Oberlandesgerichte aus den 1990 er Jahren bestätigte.

OLG Naumburg, Beschluss vom 29.03.2012, - 2 Wx 60/11- MDR 2012, 856 = FamRZ 2013, 246.

Veröffentlicht im Netz u.a.:

http://www.landesrecht.sachsen-anhalt.de/jportal/portal/t/buq/page/bssahprod.psml?doc.hl=1&doc.id=KORE213002012&showdoccase=1&doc.part=L&paramfromHL=true

 

 

 

 

 


Rechtsanwalt Michael K. Riefer • Brettener Straße 2 • D-75438 Knittlingen
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