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Das paritätische Wechselmodell

Paritätisches Wechselmodell nunmehr keine Ausnahme mehr! - Endlich!!!

Das höchste Zivilgericht in Deutschland hat mit Beschluss vom 01.02.2017 eine bahnbrechende Entscheidung im Familienrecht getroffen:

Das Gericht stellt fest, dass eine gerichtliche Umgangsregelung, welche im Ergebnis zu einer gleichmäßigen Betreuung des Kindes durch beide Elternteile im Sinne eines Wechselmodells führt, vom Gesetz nicht ausgeschlossen ist!

Auch die Ablehnung des Wechselmodells durch ein Elternteil hindert eine solche Regelung für sich genommen nicht (mehr). Entscheidende Richtschnur für die Regelung ist - wie immer im Bereich des Sorgerechts - das im konkreten Einzelfall festzustellende Kindeswohl.

Voraussetzung ist aber eine bestehende Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Eltern. Funktioniert diese nicht, kann das Gericht kein paritätisches Wechselmodell anordnen. In einem solchen Fall liegt die gerichtliche Anordnung eines Wechselmodells nicht im wohlverstandenen Interesse des Kindes, so der Bundesgerichtshof.

In dem bei Gericht anhängigen Umgangsverfahren ist das Familiengericht zu einer umfassenden Aufklärung verpflichtet. Insoweit bleibt der Bundesgerichtshof bei seiner regelmäßigen Rechtsprechung hinsichtlich der Verpflichtung des Familiengerichts zur persönlichen Anhörung des Kindes (vergl. hierzu: BGH, Beschluss vom 15.06.2016, XII ZB 419/15, FamRZ 2016, 1439).

Nunmehr ist höchstrichterlich entschieden, dass getrenntlebende Eltern künftig einen Anspruch auf hälftige Betreuung des Kindes haben, auch gegen den Willen des anderen Elternteils. Bisher wurde in Streitigkeiten zwischen den Eltern vom Familiengericht zumeist angeordnet, dass Mütter mit der „Hauptbetreuung“ betraut werden, der Vater als „Zahlvater“ bei der Betreuung oft „in die Röhre schaut“.

Diese Rechtsprechung stellt eine Abkehr von der bisherigen ständigen Rechtspraxis der Familiengerichte dar. Bisher wurde die Betreuung des Kindes immer einem Elternteil übertragen, meist der Mutter. Der Kindesvater war seinerzeit zum Barunterhalt verpflichtet, jedoch hatte der Kindesvater einen Anspruch auf regelmäßigen Umgang mit dem betreffenden Kind.

In Zukunft dürften die Familiengerichte in Deutschland mehr und mehr das Wechselmodell favorisieren, mit der Folge, dass das Kind regelmäßig eine persönliche Betreuung durch beide Elternteile erhält.

 



 

BGH, Beschluss vom 01.02.2017, XII ZB 601/15 - veröffentlicht demnächst in der FamRZ 2017, Heft Nr. 7. Link zur Entscheidung bei juris:

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&nr=77519&pos=0&anz=1

Vorinstanz: OLG Nürnberg, Beschluss vom 08.12.2015, 11 UF 1257/15, veröffentlicht, FamRZ 2016, 2119.

 

 

 


Rechtsanwalt Michael K. Riefer • Brettener Straße 2 • D-75438 Knittlingen
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