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Insolvenz und Unterhalt


Das Kammergericht hat jüngst eine Entscheidung zur Frage "Insolvenz und Unterhalt" getroffen. Geklagt hatte ein Unterhaltsgläubiger auf Feststellung, dass die rückständige Unterhaltsforderung als Insolvenzforderung "aus unerlaubter Handlung" anerkannt wird. Das Kammergericht hat das Feststellungsinteresse bejaht und das Familiengericht als funktionell zuständiges Gericht - wegen angeblicher Sachnähe - erklärt.

Hintergrund:
Hat der Gläubiger Erfolg, bleibt die titulierte Forderung auch nach Erteilung der Restschuldbefreiung bestehen. Aus dem Titel kann bis zu 30 Jahre vollstreckt werden.

Leitsätze des Kammergerichts:

    1. Klagt ein Unterhaltsgläubiger, der über einen vollstreckbaren Unterhaltstitel verfügt, gegen den Unterhaltsschuldner, über dessen Vermögen das Insolvenzverfahren eröffnet worden ist, auf Feststellung des Bestehens eines Anspruches aus unerlaubter Handlung wegen Nichtzahlung des Unterhalts, fehlt es, wenn der Unterhaltsschuldner diesem Anspruch widersprochen hat, nicht an einem rechtlichen Interesse an der Feststellung (Anschluss an BGH,  Urteil vom 02.12.2010 - IX ZR 41/10 -, veröffentlicht: MDR 2011, 130 ff ).

    2. Für das Verfahren eines Unterhaltsgläubigers auf Feststellung, dass ihm der titulierte Unterhaltsanspruch gegen den Unterhaltsschuldner auch aus unerlaubter Handlung gemäß § 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 170 StGB zusteht, ist kraft Sachzusammenhangs mit dem Unterhaltsanspruch das Familiengericht sachlich zuständig.

Kammergericht Berlin, Beschluss vom 30.08.2011, - 18 WF 93/11 -, FamRZ 2012, 138

Im Netz abrufbar bei juris unter:

http://www.gerichtsentscheidungen.berlin-brandenburg.de/jportal/?quelle=jlink&docid=KORE224312011&psml=sammlung.psml&max=true&bs=10



 

Rechtsanwalt Michael K. Riefer • Brettener Straße 2 • D-75438 Knittlingen
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